
Das S AM Schweizerisches Architekturmuseum Basel ist als Stiftung ein privat getragenes Ausstellungshaus, das in wechselnden Präsentationen internationale und Schweizer Architektur vorstellt. Seit seiner Gründung 1984 konnte sich das Museum dank unterschiedlicher Aktivitäten als eine vielbeachtete kulturelle Institution innerhalb der wachsenden öffentlichen Auseinandersetzung mit Architektur etablieren.
Dem Ausstellungsprogramm liegen drei inhaltliche Schwerpunkte zugrunde: Einen wesentlichen Akzent setzt die Schweizer Architektur der klassischen Moderne. Ausstellungen zu Hermann Baur, Hans Bernoulli, Le Corbusier, Hannes Meyer oder Hans Wittwer arbeiten die Beiträge der Schweizer Architektur am Neuen Bauen heraus und zeichnen die historischen Entwicklungen nach. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der internationalen zeitgenössischen Architektur. Ausstellungen von Wiel Arets, Hermann Czech, Frank 0. Gehry, Herzog & de Meuron, Rem Koolhaas, Rafael Moneo, Luigi Snozzi oder Livio Vacchini geben aktuelle Einblicke in herausragende zeitgenössische Positionen. Ein weiterer Schwerpunkt ist den verschiedenen Randgebieten der Architektur gewidmet. Grenzüberschreitende Ausstellungen beleuchten einerseits die Beziehungen zwischen bildender Kunst und Architektur, greifen andererseits Spezialthemen auf, wie z.B. die Architekturfotografie, Kinderspielzeug, Zelte oder etwa die historische Entwicklung von Modellen. Mit dieser umfassenden Auslegung des Architekturbegriffs steht das S AM Basel in der Schweiz einzig da. Anlässlich der Ausstellungen entstehen Publikationen, welche die Ausstellungsthemen aufarbeiten und dokumentieren.
In der Regel findet zu jeder Ausstellung - neben Führungen - eine Begleitveranstaltung als Vortrag, Diskussion oder Kolloquium statt, um die Auseinandersetzung mit der gezeigten Architektur zu vertiefen. Das S AM greift immer wieder in laufende Diskussionen um Architektur ein, engagiert sich für bestimmte Anliegen und bezieht in Petitionen, aktuellen Präsentationen oder in Form des 1996 neu geschaffenen "Preis des Architekturmuseums" kritisch Stellung. Als Forschungsprojekt entstand 1993 ein umfassender Schweizer Architekturführer über Basel und seine Umgebung, der Einblicke in die historischen Zusammenhänge bietet.
Der Standort Basel als Museums-, Universitäts- und Messestadt, als Zentrum eines Einzugsgebiets im Dreiländereck zwischen Schweiz, Deutschland und Frankreich, hat sich als wichtige internationale Schnittstelle für das S AM gut bewährt. Seit Mitte der Achtziger Jahre entwickelte sich Basel mehr und mehr zur Architekturhauptstadt der Schweiz, was die Konzentration von international operierenden Architekturbüros (z.B. Michael Alder, Diener & Diener, Herzog & de Meuron) und eine junge, lebendige Architekturszene belegen.
