
Photos: Joël Tettamanti
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02.02.2008 – 11.05.2008
A R C H / S C A P E S
Die Verhandlung von Architektur und Landschaft
ARCH/SCAPES präsentiert 15 neuere Architekturprojekte aus der heterogenen Kulturlandschaft der Schweiz. Für das übergreifende Thema der São Paulo Biennale „Architecture – the Public and the Private“ übersetzte die Ausstellung das „Öffentliche“ in die schweizerische Kulturlandschaft: in städtische Landschaftstopologien, traditionelle, dörfliche und alpine Landschaftsbilder ebenso wie in wachsende Agglomerationsfelder. Das „Private“ wird als das architektonische Objekt interpretiert.
ARCH/SCAPES befasst sich mit dem Erweitern, dem Strecken der gestalterischen Möglichkeiten im Kontext demokratischer Abstimmungsprozesse und oftmals restriktiver Bauvorschriften, die massgeblich das Stadt- und Landschaftsbild der Schweiz prägen. Je drastischer die Schweizer Landschaft durch die Urbanisierung angefressen wird, desto stärker müssen subtile architektonische Eingriffe in diese Landschaft hervorgehoben werden, genauso wie das stets spezifische Verhandeln eines zeitgenössischen Gleichgewichts zwischen Kontext und Form.
Wie wird die Schweizer Architektur konzeptionell erweitert und modernisiert? Wie entwickelt sie sich über die gesellschaftlich vorgegebenen gesetzlichen Restriktionen hinaus weiter? Das breite Spektrum der hier vorgestellten Bauten wurde im Hinblick auf die Kunstfertigkeit ausgewählt, mit der neue Formen geschaffen und neue Positionen ausgehandelt werden. Die subtile Art, mit der sich gesetzliche Hürden mittels überraschender Formen und neuer Materialien ins Positive wenden, setzt einen Definitionsprozess voraus, in dem Bedürfnisse und Wünsche des Auftraggebers und die öffentliche Meinung vorsichtig gegeneinander abgewogen werden. Es werden Prozesse dargelegt, mit denen die Bauten durch die Verschiebung des Massstabs einen neuen Akzent im Dialog mit der Landschaft setzen oder eine Neuinterpretation traditioneller Typologien formulieren.
Interviews mit den vorgestellten Architekten und einigen ihrer Auftraggeber, die für die Ausstellung in Kooperation mit Architekturjournalisten aus der Schweiz produziert wurden, vermitteln ein Bild der besonderen Produktions- und Designkultur, die ganz den heutigen Realitäten einer sich wandelnden Schweizer Landschaft angepasst ist. Die Äusserungen machen einen wichtigen Subtext der architektonischen Produktion in diesem Kontext sichtbar: das Abwägen zwischen Erhaltung des Bestehenden und Innovation, zwischen der Rücksicht auf herkömmliche Wahrnehmungsgewohnheiten und dem notwendigen Bruch mit konventionellen Typologien, der häufig das Ergebnis einer raffinierten Interpretation der Bauvorschriften ist. Aufgenommen und gedreht werden konnten die Interviews teilweise vor Ort, jeweils am vorgestellten Projekt.
Die individuellen Gestaltungsansätze sind so unterschiedlich wie die Territorien und Topografien der Schweiz. Mit traditionellen und nachhaltigen Mitteln werden neue Formen geschaffen, die sich harmonisch in einen bestehenden Kontext einfügen. Man kann sogar industrielle Bauten entwerfen, die fast unsichtbar mit der Landschaft verschmelzen. Ein klassisches Alpenchalet wird durch eine mondäne, teils ironische «Unterwelt» parodiert. Die Neugestaltung einer Berghütte verleiht dieser traditionellen Bauform eine dem neusten technischen Stand entsprechende Autarkie dank einer extrem leichten Elementbauweise.
Ausgesprochen traditionelle Baumethoden werden heutigen Bedürfnissen angepasst und behalten dennoch ihre kulturelle Eigenart. Die Landschaft kann so sehr zum integralen Bestandteil der Architektur werden, dass Innen- und Aussenwelt in einem Zusammenspiel von Transparenz und Abstraktion ineinander übergehen und aufeinander Bezug nehmen. Oft besteht die Antwort auf einen restriktiven Kontext darin, die Natur in Gestalt einer architektonischen Introspektion in die Innenwelt mit einzubeziehen.
Die vorgestellte Architektur wird den Photographien von Joël Tettamanti gegenübergestellt: diese setzen die hochalpinen Landschaften in einen scharfen Kontrast zur zunehmenden Zersiedelung und Verstädterung und hinterfragen das Klischee von der Schweiz als ländliche Idylle mit unberührten Seenlandschaften. Dass die Architektur im Kontext dieser Darstellungen landschaftlicher Fragmentierung gezeigt wird, soll eine Realität der heutigen Schweiz verdeutlichen. Inmitten dieser Realität wird das sorgfältige Abwägen zwischen privaten und öffentlichen Interessen immer schwieriger, vornehmlich zur Bewahrung von Normen und Traditionen.
Die fortschreitende Erosion der Schweiz durch die Verstädterung bedeutet, dass die Architektur künftig neuartige Typologien entwickeln muss, die den gänzlich uncharakteristischen Erscheinungsformen dieser zeitgenössischen Kulturlandschaft Rechnung tragen.
Die Ausstellungsarchitektur und das Grafikdesign der in Basel ansässigen Büros HHF architekten, zmik designers und Revolver Agency, die gleichermaßen für die Präsentation im 1951 nach Entwürfen von Oskar Niemeyer erbauten Pavilhão Ciccillo Matarazzo und die Ausstellungssäle des S AM konzipiert wurden, sind als mäandernde Installation die dynamische Abstraktion einer thematischen Reise durch die Schweizer Kulturlandschaft, von den urbanen Zonen über das zentrale Mittelland und die Randregionen bis in die Alpen.
02.02.2008 – 11.05.2008
A R C H / S C A P E S
Die Verhandlung von Architektur und Landschaft
ARCH/SCAPES präsentiert 15 neuere Architekturprojekte aus der heterogenen Kulturlandschaft der Schweiz. Für das übergreifende Thema der São Paulo Biennale „Architecture – the Public and the Private“ übersetzte die Ausstellung das „Öffentliche“ in die schweizerische Kulturlandschaft: in städtische Landschaftstopologien, traditionelle, dörfliche und alpine Landschaftsbilder ebenso wie in wachsende Agglomerationsfelder. Das „Private“ wird als das architektonische Objekt interpretiert.
ARCH/SCAPES befasst sich mit dem Erweitern, dem Strecken der gestalterischen Möglichkeiten im Kontext demokratischer Abstimmungsprozesse und oftmals restriktiver Bauvorschriften, die massgeblich das Stadt- und Landschaftsbild der Schweiz prägen. Je drastischer die Schweizer Landschaft durch die Urbanisierung angefressen wird, desto stärker müssen subtile architektonische Eingriffe in diese Landschaft hervorgehoben werden, genauso wie das stets spezifische Verhandeln eines zeitgenössischen Gleichgewichts zwischen Kontext und Form.
Wie wird die Schweizer Architektur konzeptionell erweitert und modernisiert? Wie entwickelt sie sich über die gesellschaftlich vorgegebenen gesetzlichen Restriktionen hinaus weiter? Das breite Spektrum der hier vorgestellten Bauten wurde im Hinblick auf die Kunstfertigkeit ausgewählt, mit der neue Formen geschaffen und neue Positionen ausgehandelt werden. Die subtile Art, mit der sich gesetzliche Hürden mittels überraschender Formen und neuer Materialien ins Positive wenden, setzt einen Definitionsprozess voraus, in dem Bedürfnisse und Wünsche des Auftraggebers und die öffentliche Meinung vorsichtig gegeneinander abgewogen werden. Es werden Prozesse dargelegt, mit denen die Bauten durch die Verschiebung des Massstabs einen neuen Akzent im Dialog mit der Landschaft setzen oder eine Neuinterpretation traditioneller Typologien formulieren.
Interviews mit den vorgestellten Architekten und einigen ihrer Auftraggeber, die für die Ausstellung in Kooperation mit Architekturjournalisten aus der Schweiz produziert wurden, vermitteln ein Bild der besonderen Produktions- und Designkultur, die ganz den heutigen Realitäten einer sich wandelnden Schweizer Landschaft angepasst ist. Die Äusserungen machen einen wichtigen Subtext der architektonischen Produktion in diesem Kontext sichtbar: das Abwägen zwischen Erhaltung des Bestehenden und Innovation, zwischen der Rücksicht auf herkömmliche Wahrnehmungsgewohnheiten und dem notwendigen Bruch mit konventionellen Typologien, der häufig das Ergebnis einer raffinierten Interpretation der Bauvorschriften ist. Aufgenommen und gedreht werden konnten die Interviews teilweise vor Ort, jeweils am vorgestellten Projekt.
Die individuellen Gestaltungsansätze sind so unterschiedlich wie die Territorien und Topografien der Schweiz. Mit traditionellen und nachhaltigen Mitteln werden neue Formen geschaffen, die sich harmonisch in einen bestehenden Kontext einfügen. Man kann sogar industrielle Bauten entwerfen, die fast unsichtbar mit der Landschaft verschmelzen. Ein klassisches Alpenchalet wird durch eine mondäne, teils ironische «Unterwelt» parodiert. Die Neugestaltung einer Berghütte verleiht dieser traditionellen Bauform eine dem neusten technischen Stand entsprechende Autarkie dank einer extrem leichten Elementbauweise.
Ausgesprochen traditionelle Baumethoden werden heutigen Bedürfnissen angepasst und behalten dennoch ihre kulturelle Eigenart. Die Landschaft kann so sehr zum integralen Bestandteil der Architektur werden, dass Innen- und Aussenwelt in einem Zusammenspiel von Transparenz und Abstraktion ineinander übergehen und aufeinander Bezug nehmen. Oft besteht die Antwort auf einen restriktiven Kontext darin, die Natur in Gestalt einer architektonischen Introspektion in die Innenwelt mit einzubeziehen.
Die vorgestellte Architektur wird den Photographien von Joël Tettamanti gegenübergestellt: diese setzen die hochalpinen Landschaften in einen scharfen Kontrast zur zunehmenden Zersiedelung und Verstädterung und hinterfragen das Klischee von der Schweiz als ländliche Idylle mit unberührten Seenlandschaften. Dass die Architektur im Kontext dieser Darstellungen landschaftlicher Fragmentierung gezeigt wird, soll eine Realität der heutigen Schweiz verdeutlichen. Inmitten dieser Realität wird das sorgfältige Abwägen zwischen privaten und öffentlichen Interessen immer schwieriger, vornehmlich zur Bewahrung von Normen und Traditionen.
Die fortschreitende Erosion der Schweiz durch die Verstädterung bedeutet, dass die Architektur künftig neuartige Typologien entwickeln muss, die den gänzlich uncharakteristischen Erscheinungsformen dieser zeitgenössischen Kulturlandschaft Rechnung tragen.
Die Ausstellungsarchitektur und das Grafikdesign der in Basel ansässigen Büros HHF architekten, zmik designers und Revolver Agency, die gleichermaßen für die Präsentation im 1951 nach Entwürfen von Oskar Niemeyer erbauten Pavilhão Ciccillo Matarazzo und die Ausstellungssäle des S AM konzipiert wurden, sind als mäandernde Installation die dynamische Abstraktion einer thematischen Reise durch die Schweizer Kulturlandschaft, von den urbanen Zonen über das zentrale Mittelland und die Randregionen bis in die Alpen.
Pressebereich >>
Bestellung der ausstellungsbegleitenden Publikation >>
Beitrag ART TV >>
Ausstellungsbilder
Bienal Internacional de Arquitetura de São Paulo >>
Architekturmuseum Basel >>
ARCH/SCAPES wurde im Auftrag des Bundesamtes für Kultur als Schweizer Beitrag zur 7. Internationalen Architekturbiennale São Paulo 2007 “Architektur – Das Öffentliche und das Private” von Francesca Ferguson kuratiert und vom S AM Schweizerisches Architekturmuseum realisiert.

A R C H / S C A P E S zeigt
Auf die Stimmung hin materialisiert
EM2N Architekten | Mathias Müller | Daniel Niggli, Zürich
Entgegen dem Siedlungsraster
UNDEND Architektur AG, Zürich
Neuer Massstab für den Stadtrand
pool Architekten, Zürich
Invasion der Natur
Officina del Paesaggio, Sophie Agata Ambroise, Lugano
Architektur der Übergänge
Niklaus Graber & Christoph Steiger Architekten, Luzern
Gegen die Natur
Luigi Snozzi, Locarno
Terrassen als Topografie
Giraudi Wettstein Architekten ETH / BSA / SIA, Lugano
Die Natur rahmen
Architekturbüro Peter Zumthor, Haldenstein
Wertschöpfung durch Differenz
Gion A. Caminada Architekt BSA / SIA, Vrin
Moderne Form, traditionelle Bauart
LOCAL ARCHITECTURE, Lausanne
Klassische Hülle, verborgene Innenwelt
Bonnard / Woeffray Architectes FAS SIA, Monthey
Monumentale Nachahmung
Valerio Olgiati, Chur
Filigranität in wilder Landschaft
Conzett, Bronzini, Gartmann AG, Chur
Das Abheben der Sicht
Corinna Menn Architektin ETH/SIA, Chur
Der „Glänzling“
Studio Monte Rosa,
Professor Andrea Deplazes, Marcel Baumgartner
Departement Architektur, ETH Zürich
Auftraggeber & Projektförderer:
Bundesamt für Kultur
der schweizerischen Eidgenossenschafft
Hauptsponsoren:
Holcim Foundation
Ernst Göhner Stiftung
Eduard Truninger AG
Zumtobel Lighting GmbH
Nestlé
Co-Sponsoren:
Abt Bodenbeläge
Belcolor Flooring
K. Schweizer AG
Schweizerisches Generalkonsulat São Paulo
Medienpartner:
swiss-architects.com
videocompany
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ARCH/SCAPES wurde im Auftrag des Bundesamtes für Kultur als Schweizer Beitrag zur 7. Internationalen Architekturbiennale São Paulo 2007 “Architektur – Das Öffentliche und das Private” von Francesca Ferguson kuratiert und vom S AM Schweizerisches Architekturmuseum realisiert.

A R C H / S C A P E S zeigt
Auf die Stimmung hin materialisiert
EM2N Architekten | Mathias Müller | Daniel Niggli, Zürich
Entgegen dem Siedlungsraster
UNDEND Architektur AG, Zürich
Neuer Massstab für den Stadtrand
pool Architekten, Zürich
Invasion der Natur
Officina del Paesaggio, Sophie Agata Ambroise, Lugano
Architektur der Übergänge
Niklaus Graber & Christoph Steiger Architekten, Luzern
Gegen die Natur
Luigi Snozzi, Locarno
Terrassen als Topografie
Giraudi Wettstein Architekten ETH / BSA / SIA, Lugano
Die Natur rahmen
Architekturbüro Peter Zumthor, Haldenstein
Wertschöpfung durch Differenz
Gion A. Caminada Architekt BSA / SIA, Vrin
Moderne Form, traditionelle Bauart
LOCAL ARCHITECTURE, Lausanne
Klassische Hülle, verborgene Innenwelt
Bonnard / Woeffray Architectes FAS SIA, Monthey
Monumentale Nachahmung
Valerio Olgiati, Chur
Filigranität in wilder Landschaft
Conzett, Bronzini, Gartmann AG, Chur
Das Abheben der Sicht
Corinna Menn Architektin ETH/SIA, Chur
Der „Glänzling“
Studio Monte Rosa,
Professor Andrea Deplazes, Marcel Baumgartner
Departement Architektur, ETH Zürich
Auftraggeber & Projektförderer:
Bundesamt für Kultur
der schweizerischen Eidgenossenschafft
Hauptsponsoren:
Holcim Foundation
Ernst Göhner Stiftung
Eduard Truninger AG
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