
Photos: `Cimêncio 2003`, Nuno Cera und Diogo Lopes, Berlin/Lisbon
S AM-LEITBILD
Einführung: Das S AM in seinem Umfeld
Das Schweizerische Architekturmuseum S AM versteht sich als Brennpunkt des Architekturdiskurses in der Schweiz. Es reagiert auf internationale Tendenzen, bündelt und verstärkt nationale Aktivitäten im Sektor der Architekturvermittlung, lanciert neue Debatten. Das S AM ist eine offene Kulturinstitution, welche zeitgenössische Architektur mit einer Vielzahl von Aktivitäten reflektiert und repräsentiert: Ausstellungen und Publikationen zählen ebenso dazu wie spezifische Events, Debatten und Führungen. Der Fokus des S AM richtet sich auf gegenwärtige und kommende Entwicklungen im Bereich der Architektur und verwandter Disziplinen, aber auch auf die Vergangenheit: Geschichtliches Bewusstsein ist Voraussetzung für aktuelles Handeln. Das 1984 als Stiftung gegründete Architekturmuseum bezog sein erstes Domizil im durch die Museumsgründung geretteten Domus-Haus in Basel, einer Ikone der Schweizer Nachkriegsmoderne. Seit 2003 ist das S AM im Gebäude der Kunsthalle Basel angesiedelt, mitten im Zentrum der Stadt. Während der vergangenen 25 Jahre hat das Thema Architektur gesamtgesellschaftlich an Akzeptanz und Bedeutung gewonnen. Architektur stösst heute auf grosses allgemeines Interesse – und spielt in Stadtentwicklung und Raumplanung eine wichtige Rolle, wie nicht zuletzt das Beispiel Basel zeigt. Das S AM versteht sich als ebenso diskursprägendes wie verbindendes, aber auch kritisches Instrument der Architekturvermittlung in der Schweiz. Es ist lokal im städtischen Leben verankert und besitzt einen überregionalen Anspruch; mit seinen Aktivitäten sucht es den Brückenschlag zwischen dem Fachdiskurs und der breiteren Öffentlichkeit. Damit weist das S AM ein spezifisches Profil auf, mit dem es sich von anderen Institutionen der Architekturvermittlung in der Schweiz unterscheidet. Auf nationaler wie internationaler Ebene sucht das S AM die Vernetzung mit anderen Institutionen der Architekturvermittlung. Es ist aktives Mitglied der International Confederation of Architectural Museums und strebt im Schweizer Kontext einen ähnlichen Status an wie andere europäische Architektureinrichtungen mit nationalem Anspruch.
Aufgaben des S AM
Architektur vermitteln
Das S AM vermittelt Architektur hauptsächlich mit Hilfe von Ausstellungen. Historische Themen werden ebenso behandelt wie aktuelle Themen; teils handelt es sich um Eigenproduktionen, teils um Kooperationsprojekte mit anderen Institutionen. Die Ausstellungen zielen auf fachlich an Architektur und Gestaltung Interessierte, richten sich aber gleichermassen an ein breites kulturell interessiertes Publikum. Cross-Over-Projekte sollen verstärkt werden, um neue Zielgruppen anzusprechen. Insbesondere mit Blick auf architektonische Laien wäre langfristig eine attraktive Dauerausstellung zur Schweizer Architektur wünschenswert. Ausserdem entwickelt das S AM altersgerechte Angebote zur Vermittlung von Architektur an Kinder und Jugendliche. Architektur geht alle an.
Architektur denken
Das S AM fördert den architektonischen Diskurs – im Rahmen von Begleitprogrammen zu Ausstellungen (Podiumsdiskussionen, Vortragsreihen, Führungen), aber auch unabhängig davon mit selbstständigen Programmreihen und Einzelveranstaltungen. Strategische Partnerschaften mit anderen Institutionen und Sponsoren können dazu beitragen, den Umfang des Angebots auszudehnen und abzusichern.
Architektur dokumentieren
Das S AM dokumentiert das architektonische Geschehen mit Publikationen, die zu den Ausstellungen erscheinen. Auch hier kann es sich um Eigen- und Koproduktionen handeln. In dem Räumlichkeiten des S AM ist eine «Reading Lounge» geplant, die mit aktuellen Architekturzeitschriften ausgestattet ist und die Besucherinnen und Besucher zu einer vertieften Lektüre und zum Aufenthalt in den Räumlichkeiten des Museums animiert. Aus organisatorischen und finanziellen Gründen wird das S AM mittelfristig auf eine umfangreiche Sammlungstätigkeit, die auch eine geregelte Bereitstellung von Archivgut implizierte, verzichten müssen; der Ausbau von Sammlung und Archiv bleibt somit einer
späteren Zeit vorbehalten. Wünschenswert wäre ab sofort die Einrichtung eines Archivs «Oral History von Schweizer ArchitektInnen»; Tondokumente können sukzessive und in Verbindung mit Ausstellungen und Aktivitäten erstellt werden und sind bislang als wichtige Quellen von anderen auf Architektur spezialisierten Institutionen noch nicht einbezogen worden.
Organisation und Finanzierung
Träger des S AM ist der Stiftungsrat, der den Kreis der Gönner vertritt. Als konsultatives Gremium fungiert der ehrenamtliche künstlerische Beirat, welcher den Stiftungsrat und die Museumsleitung hinsichtlich des Ausstellungsprogramms und in Bezug auf die übrigen Veranstaltungen berät. Die Museumsleitung in künstlerischen und wirtschaftlichen Belangen übernimmt ein vom S AM angestelltes Leitungsteam; dieses setzt nach Massgabe der Budgetvorgaben das Programm um. Bislang vornehmlich durch die Beiträge der Gönner und Sponsoren finanziert, strebt das S AM als gemeinnütziges Unternehmen einer breitenorientierten Kulturvermittlung eine zusätzliche Finanzierung durch Mittel der öffentlichen Hand an. Überdies besteht die Absicht, mit ausgewählten Sponsoren verstärkt zu kooperieren – projektbezogen oder dauerhaft.
Basel, im Dezember 2009
Für den künstlerischen Beirat:
Hubertus Adam, Angelus Eisinger, Reto Geiser, Claudia Schwalfenberg
Einführung: Das S AM in seinem Umfeld
Das Schweizerische Architekturmuseum S AM versteht sich als Brennpunkt des Architekturdiskurses in der Schweiz. Es reagiert auf internationale Tendenzen, bündelt und verstärkt nationale Aktivitäten im Sektor der Architekturvermittlung, lanciert neue Debatten. Das S AM ist eine offene Kulturinstitution, welche zeitgenössische Architektur mit einer Vielzahl von Aktivitäten reflektiert und repräsentiert: Ausstellungen und Publikationen zählen ebenso dazu wie spezifische Events, Debatten und Führungen. Der Fokus des S AM richtet sich auf gegenwärtige und kommende Entwicklungen im Bereich der Architektur und verwandter Disziplinen, aber auch auf die Vergangenheit: Geschichtliches Bewusstsein ist Voraussetzung für aktuelles Handeln. Das 1984 als Stiftung gegründete Architekturmuseum bezog sein erstes Domizil im durch die Museumsgründung geretteten Domus-Haus in Basel, einer Ikone der Schweizer Nachkriegsmoderne. Seit 2003 ist das S AM im Gebäude der Kunsthalle Basel angesiedelt, mitten im Zentrum der Stadt. Während der vergangenen 25 Jahre hat das Thema Architektur gesamtgesellschaftlich an Akzeptanz und Bedeutung gewonnen. Architektur stösst heute auf grosses allgemeines Interesse – und spielt in Stadtentwicklung und Raumplanung eine wichtige Rolle, wie nicht zuletzt das Beispiel Basel zeigt. Das S AM versteht sich als ebenso diskursprägendes wie verbindendes, aber auch kritisches Instrument der Architekturvermittlung in der Schweiz. Es ist lokal im städtischen Leben verankert und besitzt einen überregionalen Anspruch; mit seinen Aktivitäten sucht es den Brückenschlag zwischen dem Fachdiskurs und der breiteren Öffentlichkeit. Damit weist das S AM ein spezifisches Profil auf, mit dem es sich von anderen Institutionen der Architekturvermittlung in der Schweiz unterscheidet. Auf nationaler wie internationaler Ebene sucht das S AM die Vernetzung mit anderen Institutionen der Architekturvermittlung. Es ist aktives Mitglied der International Confederation of Architectural Museums und strebt im Schweizer Kontext einen ähnlichen Status an wie andere europäische Architektureinrichtungen mit nationalem Anspruch.
Aufgaben des S AM
Architektur vermitteln
Das S AM vermittelt Architektur hauptsächlich mit Hilfe von Ausstellungen. Historische Themen werden ebenso behandelt wie aktuelle Themen; teils handelt es sich um Eigenproduktionen, teils um Kooperationsprojekte mit anderen Institutionen. Die Ausstellungen zielen auf fachlich an Architektur und Gestaltung Interessierte, richten sich aber gleichermassen an ein breites kulturell interessiertes Publikum. Cross-Over-Projekte sollen verstärkt werden, um neue Zielgruppen anzusprechen. Insbesondere mit Blick auf architektonische Laien wäre langfristig eine attraktive Dauerausstellung zur Schweizer Architektur wünschenswert. Ausserdem entwickelt das S AM altersgerechte Angebote zur Vermittlung von Architektur an Kinder und Jugendliche. Architektur geht alle an.
Architektur denken
Das S AM fördert den architektonischen Diskurs – im Rahmen von Begleitprogrammen zu Ausstellungen (Podiumsdiskussionen, Vortragsreihen, Führungen), aber auch unabhängig davon mit selbstständigen Programmreihen und Einzelveranstaltungen. Strategische Partnerschaften mit anderen Institutionen und Sponsoren können dazu beitragen, den Umfang des Angebots auszudehnen und abzusichern.
Architektur dokumentieren
Das S AM dokumentiert das architektonische Geschehen mit Publikationen, die zu den Ausstellungen erscheinen. Auch hier kann es sich um Eigen- und Koproduktionen handeln. In dem Räumlichkeiten des S AM ist eine «Reading Lounge» geplant, die mit aktuellen Architekturzeitschriften ausgestattet ist und die Besucherinnen und Besucher zu einer vertieften Lektüre und zum Aufenthalt in den Räumlichkeiten des Museums animiert. Aus organisatorischen und finanziellen Gründen wird das S AM mittelfristig auf eine umfangreiche Sammlungstätigkeit, die auch eine geregelte Bereitstellung von Archivgut implizierte, verzichten müssen; der Ausbau von Sammlung und Archiv bleibt somit einer
späteren Zeit vorbehalten. Wünschenswert wäre ab sofort die Einrichtung eines Archivs «Oral History von Schweizer ArchitektInnen»; Tondokumente können sukzessive und in Verbindung mit Ausstellungen und Aktivitäten erstellt werden und sind bislang als wichtige Quellen von anderen auf Architektur spezialisierten Institutionen noch nicht einbezogen worden.
Organisation und Finanzierung
Träger des S AM ist der Stiftungsrat, der den Kreis der Gönner vertritt. Als konsultatives Gremium fungiert der ehrenamtliche künstlerische Beirat, welcher den Stiftungsrat und die Museumsleitung hinsichtlich des Ausstellungsprogramms und in Bezug auf die übrigen Veranstaltungen berät. Die Museumsleitung in künstlerischen und wirtschaftlichen Belangen übernimmt ein vom S AM angestelltes Leitungsteam; dieses setzt nach Massgabe der Budgetvorgaben das Programm um. Bislang vornehmlich durch die Beiträge der Gönner und Sponsoren finanziert, strebt das S AM als gemeinnütziges Unternehmen einer breitenorientierten Kulturvermittlung eine zusätzliche Finanzierung durch Mittel der öffentlichen Hand an. Überdies besteht die Absicht, mit ausgewählten Sponsoren verstärkt zu kooperieren – projektbezogen oder dauerhaft.
Basel, im Dezember 2009
Für den künstlerischen Beirat:
Hubertus Adam, Angelus Eisinger, Reto Geiser, Claudia Schwalfenberg
„Das Wort ‚Architektur’ verkörpert die bleibende Hoffnung – oder die vage Erinnerung an eine Hoffnung – , dass der gewaltigen Informationsflut, die Tag für Tag über uns hereinbricht, Gestalt, Form und logischer Zusammenhang auferlegt werden könnten. (...) Von ihrer Verpflichtung zu bauen befreit, kann Architektur eine Methode darstellen, mit der sich über alles nachdenken lässt – eine Disziplin, die Beziehungen, Proportionen, Verbindungen, Effekte, ein allumfassendes Diagramm repräsentiert.“
Rem Koolhaas, Content, 2004
Rem Koolhaas, Content, 2004