Vortragsreihe ‹Wohngenossenschaften International›: Vergangene und aktuelle Wohnutopien in Wien
18.30 – 20 Uhr
Eine Veranstaltung, organisiert von B/IAS in Kooperation mit dem S AM Schweizerisches Architekturmuseum.
Gabu Heindl gibt einen prägnanten Überblick über die Entwicklung und Bedeutung des gemeinnützigen und genossenschaftlichen Wohnens in Wien. Sie zeigt, wie sich ein stark reguliertes, nicht-spekulatives Wohnmodell herausgebildet hat, das leistbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten ermöglicht und tief im urbanen Alltag verankert ist. Deutlich wird dabei auch, wie sehr der gemeinnützige Wohnungsbau die architektonische und städtebauliche Qualität Wiens geprägt hat – durch sorgfältig geplante Wohnanlagen, gemeinschaftliche Räume und eine Architektur, die soziale Infrastruktur als integralen Bestandteil des Wohnens begreift. Zugleich zeigen sich auch im Wiener Modell neoliberale Züge und Ungerechtigkeiten, die von Heindl erörtert werden.
Ausgehend von historischen Linien vom Roten Wien bis zu aktuellen selbstorganisierten und genossenschaftlichen Projekten untersucht der Vortrag, wie Gemeinnützigkeit, Bodenpolitik und kollektive Organisationsformen ineinandergreifen. Er fragt, welche Erfahrungen daraus für heutige Debatten um bezahlbaren Wohnraum, Gemeingüter und nicht-marktförmige Wohnformen fruchtbar gemacht werden können – und wie das Wiener Modell dadurch zu einem international relevanten Referenzpunkt sozialer Wohnraumversorgung wird.
Mit: Gabu Heindl – Architektin, Stadtplanerin, Aktivistin und Professorin an der Universität Kassel, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Wiener Modell des sozialen und gemeinnützigen Wohnungsbaus sowie mit nicht-marktförmigen, kollektiv getragenen Wohnformen.
Ort: S AM Schweizerisches Architekturmuseum, Steinberg 7, 4051 Basel
Eintritt: frei
Bild: Ivo Balmer