06.02. - 04.04.1999

Abstimmen über Architektur. Schweizer Plakate

Von Anfang an widmet das Architekturmuseum seine Aufmerksamkeit Gebieten, die - scheinbar am Rande - gerade wegen ihrer peripheren Lage architektonische Themen schlaglichtartig beleuchten. 1985 zeigten wir unter dem Titel «Architekturspielsachen» architektonisches Spielzeug, 1988 Bastelbögen «Architektur aus Papier» und 1989 Korkmodelle des frühen 19. Jahrhunderts. Jetzt galt unser Blick den Plakaten zu Plebisziten über Bauprojekte, die anlässlich von Kreditvorlagen oder Zonenänderungen an den Wahlurnen vom Bürger entschieden werden. Im Wahlkampf eingesetzt, verraten die Plakate einerseits etwas vom jeweiligen Zeitgeschmack, sowohl die Architektur als auch die Plakatgestaltung betreffend. Sie dokumentieren andererseits auch eine schweizerische Eigenheit, nämlich die Möglichkeit, über architektonische Fragen abzustimmen. Die Auseinandersetzungen galten vor allem einzelnen, prominenten öffentlichen Bauvorhaben, in manchen Fällen auch verkehrstechnischen, städtebaulich bedeutsamen Eingriffen. Die Beispiele stammten aus den Plakatsammlungen des Museums für Gestaltung Zürich und der Schule für Gestaltung Basel, denen wir zu Dank verpflichtet sind. ---

Bildbeschreibung: Eleonore Jaquet und Christian Vogt  

Upcoming exhibitions

19.09.2026 - 03.01.2027

Tony Fretton: Practice

Opening: 18/9/2026, 7 PM

The S AM Swiss Architecture Museum is proud to announce PRACTICE, a retrospective exhibition of selected projects of architect Tony Fretton (b. 1945, London). He established Tony Fretton Architects in London in 1984, which ran until 2024. His published texts on architecture are numerous, and he has taught extensively, including as Chair of Interiors Buildings and Cities at the Faculty of Architecture at TU Delft, and as guest professor at GSD Harvard, ETH Zurich and EPFL Lausanne. He lives and works in London.

Fretton’s buildings and projects are presented at S AM through texts, photographs and drawings. Together, they show Fretton’s practice as continuity of reflection on the existing environment, including the social, cultural and political dimensions of the city and what lies outside it.