23.08. - 12.10.1986

Zelte

Mit der „Zelt“-Ausstellung hat das Architekturmuseum dazu bei getragen, einen faszinierenden Aspekt herauszuheben aus der gewohnten Architekturgeschichte und Grundlagen geliefert für ein erweitertes Bewusstsein gegenüber dem Bauen mit leichten Konstruktionen, mit Netzen und Membranen: anhand von Modellen, Originalteilen von Zelten, Photographien, Video und Diaschau. Die wichtigsten Typen von Nomadenzelten, militärische Zelte, Festzelte, Zelte für Massenveranstaltungen sind vorgestellt als Beispiele einer besonderen architektonischen Kultur. Zelt-Konstruktionen, schnell zu errichtende Behausungen, leicht zu transportierende Bauten kommen schon auf jahrtausende alten Reliefs Aegyptens vor, sie erscheinen auf mittelalterlichen Darstellungen höfischer Festlichkeiten und kriegerischer Auseinandersetzungen. Das Zelt wird bis heute von Nomaden Afrikas und Asiens benutzt, ist Unterkunft für Schutzsuchende bei Katastrophen, für Flüchtlinge in Kriegen. Das Zelt gehört zur modernen Freizeitgesellschaft, zum Camping, ist - in seinen gigantischen Ausmassen - geeignet zur Ueberdachung von Massenveranstaltungen, ist Zirkus-Kuppel, Ausstellungspavillon. Wenn sich jährlich während nur drei Tagen zwei Millionen Menschen in der Wüste vor Mekka versammeln, entsteht eine Zeltstadt von unvergleichbaren Ausmassen. - Trotzdem ist das "Zelt'' ein in der Architekturdebatte vernachlässigtes Phänomen. Impulse kommen auf diesem Gebiet vor allem aus der Ethnologie oder von einzelnen Architekten Persönlichkeiten, Universitätsinstituten und Firmen, die sich spezialisiert haben auf die Herstellung von Elementen des Zeltbaus.  

Upcoming exhibitions

19.09.2026 - 03.01.2027

Tony Fretton: Practice

Vernissage: 18.9.2026, 19 Uhr

Das S AM Schweizerisches Architekturmuseum kündigt mit Freude die retrospektive Ausstellung PRACTICE mit ausgewählten Projekten des Architekten Tony Fretton (geb. 1945 in London) an. 1984 gründete er in London das Büro Tony Fretton Architects, das bis 2024 tätig war. Er hat zahlreiche Texte zur Architektur publiziert und unter anderem als Chair of Interiors Buildings and Cities an der Fakultät für Architektur der TU Delft und als Gastprofessor an der GSD Harvard, der ETH Zurich und der EPFL Lausanne Architektur gelehrt. Er lebt und arbeitet in London.

Frettons Bauten und Projekte werden im S AM in Texten, Fotografien und Zeichnungen präsentiert. Gemeinsam zeigen sie seine Praxis als stetige Reflexion über den Bestand im Umfeld auf, einschliesslich der sozialen, kulturellen und politischen Dimensionen der Stadt und ihrer Umgebung.