28.06. - 13.09.2009

»HIER UND DIE WELT« Architektur aus der Region Rhône-Alpes und der Romandie

Wir leben in einer globalisierten Welt, in der ein wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Austausch auf internationaler Ebene stattfindet. Diese grossartige Dynamik steht im Konflikt mit dem Bewusstsein um die Verletzlichkeit unserer Erde.
Vor diesem Hintergrund erarbeiten Architekten heute die Grundlagen für eine neue Rationalität in Architektur und Städtebau. Dabei greifen einige auf die Grundvoraussetzungen ihrer Projekte zurück: die Beziehung zum Ort und dessen Geschichte, Strukturen, Materialien, Techniken und Ästhetik.
Durch das grenzübergreifende Kulturprogramm «La belle voisine» – geboren aus dem Willen zur Förderung des Schaffens in der Region Rhône-Alpes in Frankreich und der Schweiz –, in dessen Rahmen diese Ausstellung stattfindet, war die Geographie unserer Auswahl vorgegeben. Wir fügten eine frei gewählte Frage als Filter hinzu, nämlich diejenige nach Ort und Zweck des Lokalen in einer globalisierten Welt. Dieses doppelte Interpretationsraster bildete quasi das Netz, in dem schliesslich zehn Architekturbüros aufgrund ihrer Realisationen und nachhaltig konsequenten Positionen hängen blieben.
Wie nahmen sie die Globalisierung und ihre Auswirkungen auf die Architektur wahr? Wie übertrugen sie das Verhältnis zwischen dem Lokalen und dem Globalen in ihre Projekte?
Liess sich in diesem globalen Kontext noch von Identität und einem Bezug zur jeweiligen Region sprechen?
Zehn Architekturbüros, dreissig aktuelle Projekte, klare Stellungnahmen und eine neue Ästhetik nahmen Gestalt an. Videointerviews bekräftigen die gestalterischen Haltungen der jeweiligen Büros.
Die Positionen erweisen sich eher als generationenbedingt denn als identitätsbezogen, es sind aber durchaus persönliche und innere Landschaften erkennbar. Alle beobachten die Welt aufmerksam, möchten zu einem besseren Leben beitragen und sind sich ihres Einflusses und ihrer Verantwortung bewusst.
Wir dürfen hoffen.

Ausstellungskuratorin
:
Valérie Disdier - Maison de l’architecture Rhône-Alpes, Lyon
Francesca Ferguson, S AM Schweizerisches Architekturmuseum, Basel

Mit:
2B, Lausanne // Bonnard Woeffray, Monthey // Brauen & Wälchli, Lausanne // Galleti & Matter, Lausanne // Philippe Guyard, Collonges-sous-Salève // Herault & Arnod, Grenoble // Novae, Lyon - Gilles Perraudin, Lyon // Tectoniques, Lyon // Dominique Vigier, Saint-Etienne

Kommende Ausstellungen

28.08. - 31.10.2021

Mock-Up

Vernissage: 27.8.2021, 19 Uhr

In der Architektur ist ein «Mock-up» ein materialechtes Modell im Massstab 1:1 von einer Fassade oder einem Gebäudeteil, das vor dem eigentlichen Bau gebaut wird, um einen Entwurf zu testen und vorzuführen. Die Ausstellung bringt eine fotografische Erkundung des Kanadiers David K. Ross und Beiträge von Architekturbüros zusammen, um die Rolle dieser Simulationen im Entwurfsprozess sowie ihren enigmatischen Reiz aus verschiedenen Blickwinkeln zu untersuchen.
 

Foto: David K. Ross, «Boltshauser Architekten, Sitterwerk, St. Gallen CH», aus der Serie «Archetypes», 2018 © David K. Ross

20.11.2021 - 24.04.2022

Beton

Vernissage: 19.11.2021, 19 Uhr

Lieben oder Hassen: Beton ist überall. Die Ausstellung untersucht dieses polarisierende Material und seine Rolle im Selbstbild der Schweiz. Dabei werden weitverbreitete Missverständnisse aufgeklärt und unerwartete Zusammenhänge aufgedeckt. Eine Koproduktion zwischen dem S AM und dem gta-Archiv, Zürich, den Archives de la construction moderne, Lausanne, sowie der Fondazione Archivio del Moderno, Mendrisio. 
 

Foto: Zementhalle von Hans Leuzinger (Architekt) und Robert Maillart auf der Landesausstellung von 1939 in Zürich, Courtesy ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv